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61 Betreuungsverfügung Bereits im Vorfeld kann man Vorkehrungen treffen, was passieren soll, wenn eine gesetzliche Betreuung eingerichtet werden muss. In einer Betreuungsverfügung kann man bestimmen, welche Person zum Betreuer bestellt werden soll und wie die Betreuung zu führen ist (z.B. Regelungen zu ärztlichen Behandlungen oder die Auswahl eines bestimmten Seniorenheimes). Man kann aber auch bestimmte Personen für das Amt des Betreuers ausschließen. Die in einer Betreuungsverfügung niedergeschriebenen Wünsche und Vorstellungen müssen vom Amtsgericht und vom Betreuer berücksichtigt werden. An die Betreuungspersonen sind Sie nicht persönlich gebunden. Sie können später den Betreuungspartner auch widerrufen und um Einsetzung eines anderen Betreuers bitten. Eine Betreuungsverfügung kann an eine Vorsorgevollmacht gekoppelt werden. Vorsorgevollmacht Mit einer Vorsorgevollmacht kann vertrauenswürdigen Personen die Erlaubnis erteilt werden, bestimmte Aufgaben zu übernehmen oder Entscheidungen zu treffen, wenn man auf Grund von Geschäfts- oder Handlungsunfähigkeit selbst nicht mehr dazu in der Lage ist. In einer Vorsorgevollmacht kann zum einen festgehalten werden, für welche Bereiche man sich durch wen Unterstützung und Hilfe wünscht. Zum anderen können alle die Wünsche festgehalten werden, die man berücksichtigt wissen möchte. Für eine Vorsorgevollmacht ist keine bestimmte Form vorgesschrieben. Es ist jedoch sinnvoll, diese notariell beglaubigen zu lassen, damit sie später auch wirklich akzeptiert wird. Vor allem Banken und Sparkassen erkennen häufig nur notariell beglaubigte Schriftstücke an. Mit einer umfassenden Vorsorgevollmacht kann die Bestellung eines gesetzlichen Betreuers häufig vermieden werden. Im Gegensatz zu einem Betreuer werden bevollmächtigte Personen jedoch nicht vom Amtsgericht „überprüft“, so dass man sich, um Missbrauch auszuschließen, genau überlegen sollte, wem man eine Vorsorgevollmacht erteilt.


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