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65 Nervenstärke und finanzieller Einsatzfreude lässt es sich vortrefflich jahrelang durch die Gerichtsinstanzen prozessieren. Was ist daher zu tun? Bereits vor einem Erbfall, und zwar rechtzeitig bei noch vorhandener Willenskraft (Testierfähigkeit), sollte man seine Familien- und Vermögenssituation überprüfen und – in vielen Fällen sinnvoll – die Kosten einer fachlichen Beratung nicht scheuen. Über die Höhe der Kosten einer solchen Beratung gibt es häufig übertriebene Vorstellungen. So ist eine notarielle Beratung neben einer Beurkundung nicht gesondert zu bezahlen, sondern gehört zur Pflicht des beurkundenden Notars. Ein erbrechtlich versierter Berater wird zunächst die gesetzliche Erbfolge klären. Sodann ist zu beraten, ob durch Einzeltestament, gemeinschaftliches Testament oder durch Erbvertrag der Wille des Erblassers die geeignete Form erhält. Weitere Themen sind Erbengemeinschaft, Vermächtnis, Übertragungen, Erbschaftssteuer, Pflichtteilsansprüche und Pflichtteilsergänzungsansprüche, Sozialhilferegresse und Haftungsfragen. Doch auch das sorgfältigste Testament schützt allein noch nicht immer vor einem Streit der Erben, denn der letzte Wille des Erblassers erfüllt sich nicht von selbst. Neben der Anordnung zur Einsetzung eines Testamentsvollstreckers kann es oft sinnvoll sein, eine Schiedsklausel in das Testament aufzunehmen. Im Gesetz ist ausdrücklich in § 1066 Zivilprozessordnung die Möglichkeit eines Schiedsverfahrens für Erbstreitigkeiten vorgesehen. Nähere Informationen unter: www.dse-erbrecht. de. Zentrales Vorsorgeregister Der Gesetzgeber stellt mit dem Zentralen Vorsorgeregister ein System zur Verfügung, damit Ihre Versorgungsurkunde im Betreuungsfall auch gefunden wird. Die Bundesnotarkammer – Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin – führt das Zentrale Vorsorgeregister im gesetzlichen Auftrag unter der Rechtsaufsicht des Bundesministeriums der Justiz. © Rolf van Melis/www.pixelio.de


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