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95 Pflegeberatung Ein erheblicher Anteil pflegebedürftiger Personen wird von Angehörigen oder Freunden ohne Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes in der Häuslichkeit versorgt. Von insgesamt 1,76 Mio. Pflegebedürftigen sind 1,2 Mio. betroffen (ZQP 2013, Seite 4). Tritt die Pflegebedürftigkeit ein, so entstehen bei den Angehörigen viele Fragen, die sich auf pflegefachliche und sozialrechtliche Themen beziehen, aber hauptsächlich psychosozial charakterisiert sind. Auf diesen Bedarf hat der Gesetzgeber reagiert, indem er Pflegeberatungen in das Sozialgesetzbuch nach § 45 SGB XI – Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtlichen Pflegepersonen – aufgenommen hat. Pflegeberatungen dienen zur Verbesserung der Versorgungssituationen pflegebedürftiger Menschen. Die zunehmende Zahl von pflegenden Angehörigen und vor dem Hintergrund der steigenden Kosten im Pflegebereich verdeutlicht die Notwendigkeit der (Pflege-) Beratung. Immer mehr Menschen stehen vor der neuen Situation der Pflegebedürftigkeit und damit zusammenhängenden Versorgung, die seit Einführung der Pflegeberatung kostenlos seit 1.1.2009 gesetzlich in Anspruch genommen werden kann. Angeboten werden häusliche Schulungen, Pflegekurse und Überleitungspflege. Die Kosten übernimmt die Pflegekasse. Ein Beratungsbesuch kann in der Häuslichkeit, im Büro des Leistungsanbieters oder vorab im Krankenhaus durchgeführt werden. Geschult werden u.a. bestimmte Pflegehandlungen (Lagerung, Ernährung, Waschen/ Duschen etc.), ebenfalls wird das Wohnumfeld angesehen, um gegebenenfalls in wohnumfeldverbessernden Maßnahmen zu beraten. Weiterhin ist es möglich, dass sich mehrere Personen bei einer Vortragsreihe, beispielsweise zum Thema Demenz, schulen lassen (Kommunikation, Distanz/ Nähe, Selbstpflege etc.). Sind Pflegebedürftige in der Kurzzeit- oder Verhinderungspflege kann eine sogenannte Überleitungspflege erfolgen. Diese Pflege findet nur für einen bestimmten Zeitraum im Pflegeheim oder Zuhause von einem ambulanten Pflegedienst statt. Damit die Versorgung danach in der Häuslichkeit und von pflegenden Angehörigen gelingt, wird mit der Pflegeberatung die weitere Versorgung besprochen.


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